Suche nach kurzzeitigen Unterkunftsmöglichkeiten

Welche Alternativen gibt es?

Die Gründe für Wohnen in einer Zwischenunterkunft sind vielfältig. Häufig werden sie von Berufstätigen genutzt, die deutschlandweit oder international Montage-Einsätze leisten. Auch im privaten Bereich kommt es öfter vor, dass eine Bleibe für mehrere Wochen oder Monate gesucht wird. Teilweise ist ein Bauvorhaben ins Stocken geraten, die vorherige Unterkunft jedoch bereits verkauft oder gekündigt. Auch bei einem Stadtwechsel stimmen die Aus- und Einzugsdaten am bisherigen sowie dem zukünftigen Wohnort nicht immer überein. Je nach finanziellem Budget kommen individuelle Lösungen infrage, einige davon stellen wir nachstehend vor.

Wohnen im Container

Viele Menschen können sich voll und ganz auf ihre Familie verlassen und kurzfristig bei den Eltern, Kindern oder anderen Verwandten unterschlüpfen. Aufgrund einer zu weiten Entfernung kommen die Unterkunftsangebote jedoch nicht immer infrage. Auch bitten zahlreiche Personen nur ungern um deren Hilfe, sie möchten sich nicht aufdrängen – vor allem nicht, wenn die Wohnverhältnisse eh schon beengt sind.

Wohncontainer als Zwischenunterkunft stellen eine interessante Option dar. Es gibt sie in verschiedenen Arten, Unterschiede finden sich in der Größe, Ausstattung und Ausführung. Container können sowohl gekauft als auch gemietet werden. Beliebt sind sie für viele Einsatzzwecke, darunter als:

  • Wohnunterkunft für Handwerk, Industrie, landwirtschaftliche bzw. kommunale Einsatzzwecke
  • Mobilraum-Werkstatt
  • Hobby- und Abstellraum
  • Gartenhaus
  • Eigenheim-Erweiterung

Je nach Region gibt es unterschiedliche Bedingungen für das Aufstellen eines Wohncontainers. So ist er zum Beispiel in Bayern ausnahmslos genehmigungspflichtig, während in anderen Bundesländern Verfahrensfreiheit besteht, sollte eine bestimmte Größe nicht überschritten sein. Bestenfalls schaut man sich die jeweilige Landesbauverordnung an. Dort finden sich alle Informationen über genehmigungsfreie und -pflichtige bauliche Anlagen jeglicher Nutzung.

Wohnen auf dem Campingplatz

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die über einen längeren Zeitraum oder ganzjährig auf einem Campingplatz leben, steigt immer mehr an. Vergleicht man die dort entstehenden monatlichen Ausgaben mit den Kosten einer Mietwohnung, kommen sie in der Regel deutlich günstiger. Wer bereits über einen eigenen Wohnwagen oder ein Tiny House verfügt, besitzt bereits die perfekte und dazu noch eine finanziell interessante Zwischenunterkunft.

 

Heutzutage muss man jedoch nicht mehr Eigentümer einer Bleibe auf dem Campingplatz sein. Sie bieten fast ausnahmslos gemütliche Mietobjekte an, je länger man diese bucht, desto günstiger ist der Preis. Die Auswahl an derartigen Unterkünften ist riesengroß, sie reicht je nach Anbieter von Mobilheimen über Hütten und Ferienchalets bis zu Öko-Lodges. Campingplatzgäste profitieren meist von einer guten Infrastruktur und lukrativen Mietpreisen.

Wohnen im Hotel und Co.

Auszug und Wohnungs- oder Hausübergabe stellen oft einen hohen Stressfaktor dar. Deshalb entscheiden sich manche Menschen, die eine Zwischenunterkunft suchen, für das Buchen eines Hotelzimmers. Auch wenn die Betreiber für Langzeitgäste bessere Preise bieten, müssen sie mit höheren Ausgaben als für die beiden vorbezeichneten Varianten rechnen. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede, die sich nicht nur nach der Sterneklassifizierung einer Unterkunft richten, sondern auch nach deren Art, darunter Hotel, Pension und Boarding House.

 

Die meisten namhaften Hotels bieten Langzeitgästen erstklassige Suiten, die sie – sollten keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden – selbst nach eigenem Geschmack gestalten können. Meist befinden sie sich in einer extra Etage des Hauses, die allein für solche Zwecke zur Verfügung steht. Gäste genießen insbesondere die Anonymität und die umfangreichen Versorgungsoptionen, die tägliche Reinigungsarbeiten, auf Wunsch Zimmerservice und ähnliches beinhalten. Es ist allerdings ein gutes finanzielles Polster notwendig, um die verhältnismäßig hohen Kosten bewältigen zu können.

 

In kleineren Pensionen profitiert man ebenfalls von willkommenen Serviceangeboten, wobei eine geringere Langzeitmiete im Raum steht. Einige von ihnen konzentrieren sich allein auf Gäste, die für einen Zeitraum von mehreren Wochen bis Monaten eine Unterkunft benötigen. Zudem gibt es einige Agenturen, die Boarding Houses vermitteln, bei denen ebenfalls ein Langzeitaufenthalt im Vordergrund steht. Dabei handelt es sich um den jahrzehntealten Trend aus Amerika, anstatt einer klassischen Wohnung ein preisgünstiges Zimmer in einem Hotel oder einer Pension anzumieten.

Wohnen in einer Kleingartenanlage

In Deutschland sind zahlreiche Menschen im Besitz eines Grundstückes in einer Gartenkolonie. Oftmals verfügen sie über ein Häuschen inmitten einer einzigartigen Naturidylle. Offiziell ist in Deutschland gemäß dem Bundeskleingartengesetz das Leben in ausschließlich „einer Laube in einfacher Ausführung, die nach ihrer Beschaffenheit, insbesondere nach ihrer Ausstattung und Einrichtung nicht zum dauernden Wohnen geeignet ist“ nicht zulässig. Viele Kleingärtner verstehen nicht, warum sie nicht offiziell dort leben dürfen, schließlich sind Tiny Houses auch erlaubt.

 

Es gibt verhältnismäßig viele Personen, die sich über das Gesetz hinwegsetzen. Sie verweisen vor allem auf die Vorteile: Denn wenn sie legal in einer Kleingartenanlage wohnen dürften, würden in kürzester Zeit mehrere Tausend Unterkünfte in zahlreichen Städten frei werden. Damit ließe sich die Wohnungsnot deutlich verbessern. Ob irgendwann das Gesetz in Deutschland geändert wird, lässt sich nicht vorhersagen. Allerdings befürchten Experten, dass im Zuge einer Legalisierung von Gartenlauben auch der Pachtzins deutlich ansteigen würde. Ein Teil der jetzigen Kleingartenbesitzer, die ihr Grundstück nicht zum Wohnen, sondern rein als temporären Erholungsort nutzen, könnten es sich dann nicht mehr leisten.

 

Im Bundeskleingartengesetz gibt es keinerlei Regelung, die den nächtlichen Aufenthalt im Garten ausschließt. Auch keine Vorschrift, zu welcher Tages- bzw. Nachtzeit man im Garten tätig ist. Generell sind Übernachtungen ebenso wenig verboten wie ein saisonbedingtes längeres Verweilen dort. Die Bestimmungen sind schwammig und der Gesetzgeber hat auch die Klimaveränderungen nicht berücksichtigt, wodurch die Definition der Bezeichnung Gartensaison erschwert ist. Da man seinen Wohnsitz nicht in einer Kleingartenanlage anmelden kann, sollte bei der Nutzung einer Laube als Zwischenunterkunft in jedem Fall eine Meldeadresse vorhanden sein.

 


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